Oct 01
  Subjektive meinung von andreas am 1.10.2013 um 22:16 uhr

Die Linke hat ja – wie heute zu lesen war – der SPD und den Grünen einen – wie ich finde – recht interessanten Vorschlag gemacht.

Hey, lasst uns doch zusammen das Betreuungsgeld wieder abschaffen und einen bundesweit einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn einführen. Wir (Rote und Grüne) waren schließlich vor der Wahl alle dafür.

Lasst uns das jetzt machen. Jetzt können wir das noch machen. Jetzt kriegen wir noch ne Mehrheit zusammen. Bevor die neue Regierung gebildet ist. Nutzen wir die Gunst der Stunde.

Ihr wollt das doch auch.

Also ich fände es gut. Ich befürchte allerdings, dass sich weder die SPD noch die Grünen darauf einlassen werden – weil sie es sich mit der CDU nicht verderben wollen. Schließlich könnte ‘man’ ja doch noch an die Macht kommen.

Ich glaube zwar nicht, dass es für eine der beiden sehr vernünftig wäre, weil man ja neben CDU/CSU dann doch nur der Juniorpartner wäre, aber wenn die Macht ruft … Und die letzten beiden Legislaturperioden (2005-2009 CDU/SPD bzw 2009-2013 CDU/FDP) haben den Juniorpartnern bekanntlich nicht allzuviel genutzt, weil die Erfolge letztlich der CDU und Frau Merkel zugeschrieben wurde.

Außerdem sehe ich zwei Probleme mit der Glaubwürdigkeit. Ok, die ist bei Politikern eh nicht besonders stark ausgeprägt …

Aktuell: SPD bzw Grüne waren im Wahlkampf strikt gegen die Politik der CDU (und der FDP), haben andere Vorstellungen, aber jetzt bilden sie mit ihnen (CDU) eine Koalition.

Vor der nächsten Wahl: Wie soll man einen Wahlkampf führen – wenn man die letzten 4 Jahre doch alles mitgetragen hat? Man kann ja schlecht arguementieren, dass die letzten 4 Jahre schlecht waren …

Das eingangs erwähnte Ding mit der Linken wäre in meinen Augen – für die SPD – auch eine einmalige Chance, aus dieser SPD-Linkspartei-Falle rauszukommen. Versteh ich eh nicht, warum die sich so vehement und strikt gegen Gespräche bzw gar eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei stellen. Das ist der linke Flügel der SPD. Also zumindest teilweise.

Jetzt ist die Gelegenheit, sich anzunähern, Profil zu zeigen und sich auf die nächste Bundestagswahl vorzubereiten und einen Regierungswechsel anzustreben. Mit den Prozenten der Linkspartei könnte das durchaus gelingen. Mit einem dogmatischen ‘Wir wollen nur Rot-Grün’ allerdings nicht.

 


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Sep 28
  Subjektive meinung von andreas am 28.09.2013 um 17:19 uhr

War ja gestern im Kino. Blut muss fließen – Undercover unter Nazis.

Hörte sich im Vorfeld ganz interessant an, aber schon an der Kinokasse war ich etwas ‘verwundert’. 7 Euro für einen Dokumentarfilm, den man sich ja nicht zur Unterhaltung anschaut, wie z.B. ‘Die Reise der Pinguine’ oder ‘Deutschland von oben’ oder sowas in der Richtung.

Selten so einen langweiligen Film gesehen. Ein paar Ausschnitte aus irgendwelchen Konzerten (im In- und Ausland), wo von rechten Bands gewaltverherrlichende Musik gespielt wurde und von (deutschen und internationalen) Neonazis dazu gesungen und (Pogo) getanzt wurde.

Also keine interessanten Interviews aus der Szene, die dem Zweck des Films (Aufklärung über die Neonazi- und deren Musikszene) vermutlich mehr geholfen hätten, als die Konzertausschnitte mit immer wieder denselben Szenen und Texten und die Interviews mit irgendwelchen Leuten von irgendwelchen Bündnissen gegen Rechts.

Außerdem ein paar Schnitte auf irgendwelche Gebäude und Plätze (Feldherrnhalle München, Brandenburger Tor und Reichstag in Berlin, Heldenplatz in Budapest, usw usf), die immer wieder irgendeinen Zusammenhang zur Nazidiktatur herstellen sollten). Auch dir räumliche Näge von Feldherrnhalle zum Bayrischen Innenministerium oder auch eine Berliner Polizeibehörde zu einem Gebäude des Flughafen Tempelhof (O-Ton: Reinste Nazi-Architektur) sollte wohl was aussagen. Hab allerdings nicht verstanden was.

Der Auftritt des Kameramanns/Autors war auch eher unfreiwillig komisch wie er da in seiner fetten Ray Ban, gelbem Jacket und einer großen Umhängetasche aus Kunstlederimitat durch die Szenen stapfte und unter anderem Pressekonferenzen von Beckstein und Schäuble (zur Zeit des Drehs Innenminister von Bayern bzw der Bundesrepublik Deutschland) besuchte. Unauffällig geht anders. Allerdings hat er immer wieder betont, dass er sich ja verkleiden müsse, weil er sonst in Lebensgefahr gewesen wäre. Undercover und so. Fragt man sich natürlich, warum er selbst immer wieder im Film aufgetreten ist. Also ganz bewusst vor(!) der Kamera – obwohl das dramaturgisch und interviewtechisch nicht nötig gewesen wäre.

Scheinbar findet sich der Typ chon recht geil. Anders kann ich mir die vielen (überflüssigen) Close-Ups auf sein Gesicht mit Ray Ban, semmelblonder Perücke und tiefporigem Nasenrücken nicht erklären. Und immer wieder diese gelbe Jacke, die auffälliger nicht sein konnte … Hatte was von Helge Schneider.

Nur Neonazimusik und eine Tournee durch Deutschland, England, Frankreich, Österreich, die Schweiz, Ungarn und Italien, war wohl selbst dem Autor zu dünn, sodass man (etwas zusammenhanglos) noch das NSU-Thema mit reingenommen hat

An diesem Machwerk soll der Journalist Thomas Kuban übrigens 15 Jahre lang undercover im europäischen Neonazi-Milieu recherchiert haben. Dafür war die Information, die der Film rübergebracht, allerdings sehr(!) dürftig.

In der wikipedia wird darauf hingewiesen, dass der Film privat vorfinanziert und von keiner Filmförderung oder Fernsehanstalt unterstützt wurde. Im Abspann des Films wird zudem gemutmaßt, dass niemand dieses heiße Eisen anpacken möchte. Könnte allerdings auch daran liegen, dass der Film einfach nur schlecht ist.

Wichtiges Thema – schlecht umgesetzt. Schade um die Zeit. Und das Eintrittsgeld.

Die anschließende Diskussionsrunde im Kino hab ich mir dann auch nicht mehr gegeben.

 


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Sep 28
  Subjektive meinung von andreas am 28.09.2013 um 13:06 uhr

Da hat der Guido – also nicht der Westerwelle, sondern der Barilla – ja für einige Aufregung gesorgt.

“Wir werden keine Werbung mit Homosexuellen schalten, weil wir die traditionelle Familie unterstützen. Wenn Homosexuellen das nicht gefällt, können sie Pasta eines anderen Herstellers essen”.

Mein Gott, was soll die Aufregung? Wir (und auch der Signore Barilla) leben in einem freien Land – mit Meinungs- und Pressefreiheit. Noch dazu in einem, das marktwirtschaftlich organisiert ist. Wenn er Schwulen und Lesben seine Nudeln nicht verkaufen will, dann ist das seine Sache. Es gibt andere Nudelhersteller. Buitoni z.B. hat sich zu diesem Thema ja schon geäußert.

Er hat ja nicht gesagt, dass sie keine Nudeln an Schwule und Lesben mehr verkaufen – was ich auch bedenklich (und nicht akzeptabel) fände. Und er ist ein privatwirtschaftlicher Unternehmer und kein Mensch mit politischer Verantwortung.

Apropos politische Verantwortung … Bekennt sich z.B. die CDU nicht auch zur traditionellen Familie? Und trotzdem wird sie bei der letzten Bundestagswahl stärkste Partei und stellt die Bundeskanzlerin. Die 42% die sie gewählt haben, sind offenbar keine Barilla-Kunden.

Diese Political Correctness geht mir dann und wann gehörig auf den Zeiger. Und diejenigen, die sich jetzt (teilweise) künstlich aufregen, werden künftig auch wieder Nudeln von Barilla essen. Genauso wie sie wieder bei Shell tanken oder bei amazon einkaufen. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Wer erinnerst sich denn noch an die ganzen Shitstorms der letzten Jahre?.

 


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